Was spricht eigentlich im VBI gegen einen Auslandsauschuss
wie im VUBIC?
Was spricht im VBI gegen eine Fachgruppe Ausland, so wie es viele andere FG
gibt?
Wie oft ist es Ihn passiert, dass Sie sich nach einem Treffen gefragt haben:
„Und wozu habe ich die Zeit verbraucht, wozu bin ich 1000 km geflogen?“ Mir geht es mit vielen meiner Treffen
so. Ich glaube, das Ergebnis wäre
schneller und weniger aufwendig erreichbar, wenn wir dem Zeitgeist folgend mehr
Telefon, mehr Email, mehr Internet, mehr Telekonferenz nutzen würde.
Das Büro
Brüssel versucht folgendes Konzept und bittet um Diskussion und (wenn als gut
empfunden) Nachahmung: die „EAG“ oder
„VAG“ das heißt die „Elektronische Auslands-Gruppe“. Es ist ein virtuelles Netzwerk von Auslandsinteressierten. Das Konzept ist sicherlich kostengünstiger
als ein Auslandsausschuss oder eine Fachgruppe. Es ist auch effektiver als beide, zumindest wenn man sich auf den
Kosteneinsatz bezieht. Die Behauptung
steht im Raum und muss bewiesen werden: eine virtuelle Gruppe ist effektiver,
auch wenn man den absoluten Erfolg misst.
Dazu bitte ich um Beiträge, Kommentare, schlicht um Ihre Hilfe.
Um nicht
mit „Chat“-Räumen verwechselt zu werden, braucht die Gruppe (1) eine
Eintrittshürde, (2) eine Teilnahmebelohnung, (3) Betriebsregeln, (4) Moderation,
(5) Instrumentenwahl, (6) einen praxisnahen Themenkatalog und (7) ab und an
nicht virtuelle sondern reale Treffen.
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Fig. Virtuelle Treffen im Cyber Space
wiegen nicht die realen Treffen auf
sind
wichtig um eine Nutzung als Chat-Room zu vereiteln. Außerdem sollte das Bewusstsein der Teilnehmer gestärkt werden zu
einer nicht exclusiven, aber doch einer ausgewählten Gruppe zu gehören. Als Minimum wird es hier eine Registrierung
geben mit allen wichtigen Daten zur Person und Organisation und einem
Fragebogen. Man kann überlegen, ob der
Zusammenhalt durch eine Schutzgebühr verstärkt wird, die später gemeinschaftlich
abgefeiert werden kann. In keinem Fall
wird diese Gruppe dann Resourcen des VBIs auf sich binden, wie das z.B. bei
Fachgruppen der Fall ist.
heißt ein
virtuelles Treffen muss sich lohnen, sonst triff man sich lieber bei einem
realen Bier. Die Teilnehmer können nicht
bezahlt werden. Man kann auch nicht
Informationen bis dahin zurückhalten. Die
Dynamik des Austausches muss mehr bringen. Wenn jeder Teilnehmer nur 10% von seinem Wissen einbringt, ergeben
die vielen Teilnehmer doch eine kritische Masse an neuen Informationen für
jeden, so dass sich der virtuelle Treff lohnt.
Sobald es sich durchsetzt, dass es sich nicht um Wettbewerb
gegeneinander handelt sondern um ein „empowering“ und eine „Win-Win“ Situation,
werden die Mitnahme und Gewinneffekte für jeden größer werden.
sollten so
wenig wie möglich, so viele wie nötig etabliert werden: es gelten die gleichen
wie für jedes „Businessmeeting“ Wenn eine Zeit gesetzt wurde, pünktlich zu
sein; wenn eine Sprache gewählt wurde, ausgrenzenden „Smalltalk“ in anderen
Sprachen zu verbannen; wenn Online Diskussionen geführt werden, dem Moderator /
Gesprächsleiter zu folgen und andere ausreden zu lassen. Ansonsten wird die Gruppendynamik und das
gemeinsame Ziel allen helfen effizient und freundliche miteinander zu
kommunizieren und Ergebnisse festzuhalten und in geeigneter Form
weiterzugeben.
führen die Gruppe zum Erfolg.
Sie konzertieren, moderieren, konzentrieren, kristallisieren, filtrieren
und präsentieren das Ergebnis für die Gruppe und transportieren es nach
Außen. Ihr größter Erfolg ist: (1) mehr
Umsatz in der Gruppe oder (2) ein Thema zum Umsetzen in Lobbying in
Brüssel. Sicherlich kommen auch andere
Anregungen heraus, aber nur, wenn der Moderator den Job beherrscht (Wahl der
richtigen Instrumente und motivierende Kommentare), den Job sehr, sehr ernst
nimmt (den Themenkatalog klein, übersichtlich und konzentriert hält) und volle
Energie da hinein steckt (auch bei realen Treffs voll engagiert dabei ist).
Ein
Moderator muss jedes Thema fein säuberlich und detailliert planen und mit
anderen absprechen. „Expectation
Management“ ist eine seiner wichtigsten Disziplinen. Diese Erwartungen müssen
virtuell verfasst, motiviert, entwickelt, getroffen / übertroffen und zusammengefasst
werden. Zum Beispiel muss sich der
Moderator der Journalistenrunde am Sonntagmittag gründlich für seine Runde
vorbereiten! Es sieht seine Gegenüber
und empfängt viele Signale von Interesse bis Ablehnung. Entsprechend wird er reagieren. Ein Moderator im virtuellen Raum sieht sein
Gegenüber nicht. In Diskussionsforen
hat er Zeit und kann abwägen. Bei einer
Telekonferenz geht das nicht mehr.
Email,
Diskussionsforen, Webtelefonie, Telekonferencing mit und ohne Bild, sind
Entscheidungen die nach etwas Üben automatisch geschärft werden.
Instrument
1 ...
Instrument
2 ...
Man wird kaum eine Brainstorming Sitzung über
Email laufen lassen, da man den direkten Funken von einem Hirn ins andere
überspringen sehen möchte. Man wird
auch kaum über das Webtelefon einer Rede zuhören wollen, die man am Abend in
Ruhe lesen könnte. Man wird auch größere Umfragen nicht online
tätigen wollen; denn dazu gibt es Diskussionsforen, die über Zeit eine Vielzahl
von Ideen sammeln und, so sie gut moderiert sind, auch Lerneffekte mit gutem
Gesamtergebnis für alle Forenteilnehmer erzielen.
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Email |
Webtelefonie |
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Diskussionsforen |
Teleconferencing |
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In wenigen
Jahren sind Instrumente wie Diskussionsforen, Webtelefon, Telekonferenzen wie
Telefon, Fax & Email |
Fig. 2
Entwicklung und Zusammenarbeiten in virtuellen Welten
setzte ich
bewusst an den Schluss des Artikels; denn danach folgt die Umsetzung,
vielleicht auch durch Sie, werten Leser, wenn Sie sich spontan oder nach reiflicher
Überlegung dazu entschließen mitzumachen.
Die Bereiche für den Großversuch in Brüssel sind nicht ausschließlich zu
benennen; denn die Liste ist dynamisch und hängt vom Erfolg und der weiteren
Verfolgung einzelner Themen ab. Aber
wir starten mit Themen wie:
1.
Direkte
Akquisitionen in verschiedenen Länder und Regionen, für die Sie sich interessieren und für die
Sie Kontakte, Ratschläge, Empfehlungen, Termine für Konferenzen,
Partnerschaften usw. suchen oder aufbauen möchten. Spontan fallen mir 5 Länder ein:
Irak Wiederaufbauhilfe,
Beteiligung an Infrastrukturplanungen unter polnischer, britischer oder
amerikanischer Führung? Die
Wirtschaftbeziehungen Irak-Deutschland sind gut seit Kaiser Wilhelm: 1903
finanzierte die Deutschen Bank die Istambul-Bagdad-Bahn. Mittelfristig und langfristig warten viele
Aufträge.
Afghanistan Wiederaufbauhilfe, Bewerbungen bei UN, Weltbank, KfW oder
anderen Finanzgebern? Wie geht man
vor? Wen spricht man an? Die Schäden sind noch lange nicht behoben
und dann fängt der Aufbau erst an. Die
Auftragsfinanzierung ist der Knackpunkt.
Türkei für die Konferenz in Brüssel gibt es eine
Nachfolgekonferenz in Ankara. Die
Türkei wird zwar keine ISPA Gelder bekommen, aber es wird trotzdem zu einer
erheblichen Vorbeitrittshilfe kommen, wie es auch der Fall in Rumänien und
Bulgarien ist. Aufträge sind
langfristig gut.
Ägypten Auch in Kairo ist eine Folgekonferenz (VBI-Nachrichten
4/2003 S.19) geplant. Es stehen für den
Ägyptischen Staat zur Modernisierung der Industrie 500 Mio. € zur
Verfügung. Schon in 2 Anlüfen ist die
Vergabe größerer Aufträge aus dieser Summe fehl geschlagen. Kurz und mittelfristig sehr gute
Auftragschancen.
Polen Speziell das Network-EAST kümmert sich um Polen und
andere potentielle Auftraggeber. Vor dem
Ende der ISPA Aufträge wird es wahrscheinlich zu einem Stau von Geldern kommen,
weil nicht genug gute Projekte identifiziert und vorentwickelt worden
sind. Nach der Überwindung dieser
Probleme stehen dann ungleich mehr Regionalgelder und Kohesionsfonds zur
Verfügung. Die Auftragslage ist
hervorragend für solche Unternehmen, die sich schon jetzt „polnisch“ investiert
haben.
2.
Für Energiesparen
gibt es in Europa ein Weißbuch (die erste grundlegenden Zusammenhänge und
Ziele, die später einem Gesetzeswerk führen können). In Deutschland gibt es mehr Erfahrungen als in jedem anderen
Mitgliedsstaat. Hier sollten
Ingenieure, besonders beratende Ingenieure die Nase vorne haben. Zu dem Thema werden viele Veranstaltungen in
Brüssel angeboten. Diese Veranstaltungen
bieten ungezwungene Kontaktaufnahmen und vertrauenschaffendes
Sich-Kennen-Lernen. Danach kann man den
Kontakt ausbauen und beraten. En
solider Auftrag wird erst viel später folgen. WKK
3.
Für Transportnetze
(VBI-Nachrichten 4/2003 S.19) benötigt die Kommission Assistenz und
technische Hilfe. Dazu muss man Brüssel
besuchen; mehrmals und öfter; wer nicht da ist zählt nicht. Zunächst handelt es sich um
vertrauensbildende Maßnahmen, dann kommt die Phase der Konsultationen und dann
die der richtigen Arbeit. Aufträge
winken hier nur langfristig, aber mittelfristig weiß man mehr und wählt eine
bessere Strategie.
4.
Institutional Capacity Building BOT Pricing
5.
monitoring von WB OECD EIB EU KFW
6.
Honorarordnungen, wie die HOAI, gibt es verbindlich nur bei den deutschen Architekten
und Ingenieuren. Ihre Stellungnahmen,
Ihre Kommentare und Ratschläge sind gefragt.
Zum jetzigen Zeitpunkt sind sehr kreative Einfälle von Nöten, um noch
einen bleibenden Eindruck auf Europäischer Ebene zu erwirken. Aber nicht nur die Informationen in Richtung
Europa sind wichtig, auch die Informationen die zurück fließen. Sie helfen zu verstehen, was in anderen
Mitgliedsstaaten für Argumente gebraucht werden. Sie helfen Einsichten in den gemeinsamen Binnenmarkt zu gewinnen
und schlüssige Argument zu formulieren.
Aufträge winken bei diesem Thema wohl kaum, aber es hilft ein
unterstützendes Arbeitsklima zu schaffen.
7.
Berufsanerkennungsfragen, die bei einer Niederlassung in anderen
Mitgliedsstaaten wichtig werden können, sind auch ein Thema, das in
Diskussionsforen erörtert werden könnte und müsste. Dieses Thema ist grundlegend wichtig. Es berührt die Freiberuflichkeit im deutschsprachigen Raum und
damit auch die Formung eines gemeinsamen Binnenmarktes. Auch hier sind keine Aufträge zu erwarten,
es geht sozusagen um ein Prinzip, wie bestimmte Berufsgruppen sich
definieren.
sind eine
willkommene Abwechselung und nicht wie üblich, überfrachtet durch Agenden, die
erfüllt werden müssen. Sie könnten wie
die Kanzlereinladung zur „Spargelfahrt auf dem Wannsee“ sein. Unbeschwert und doch bringt man Kontakte mit
nach Hause, die man elektronisch schon hatte und weiter virtuell vertieft.